lightGIANTS
29Jun/113

Tipps zur Portraitfotografie – Teil 1

Portraitfotografie ist die primäre Rolle eines jeden Studiofotografen. Das Ziel ist es, die Persönlichkeit und Stimmung der Person zu zeigen. Es gibt so viele Tricks, Tipps und Ideen da draußen, also dachte ich (Scott), wir könnten anfangen ein paar davon hier zusammenzutragen.

Dieser Blog-Eintrag beinhaltet eine Idee, für die ich eure Feedback brauche. Ich hoffe, daß daraus ein lange anhaltende Serie wird, basierend auf euren Ideen und eurem Feedback. Schreibt einfach eure Vorschläge unten als Kommentar dazu und immer wenn wir genug neue Tipps für Portraits haben, machen wir daraus einen neuen Teil der Portrait-Serie.

1. Passe Deine Sicht an: Die meisten Portraits werden mit der Kamera ungefähr auf Augenhöhe des Subjektes fotografiert. Das ist auch sinnvoll, aber eine drastische Änderung des Blickwinkels kann Deinem Portrait einen echten "Wow-Faktor" verleihen. Und eine ganz andere Botschaft rüberbringen. Werde kreativ mit der Pose und der Position. Nicht nur mit den Posen des Subjektes, sondern auch mit Deiner eigenen Position, mache aus möglichst vielen Winkeln Aufnahmen, um unterschiedliche Wirkungen zu erzielen.

2. Augenkontakt: Die Blickrichtung des Subjektes hat eine große Auswirkung auf das Bild. In den meisten Portraits schaut die Person genau in die Kamera. Dies kann eine echte Verbindung zwischen der Person und dem Betrachter ergeben. Aber man kann noch andere Sachen versuchen:

Aus dem Bildrahmen herausschauen: Das Subjekt soll hierbei seinen Fokus und seine Aufmerksamkeit auf etwas lenken, was für den Betrachter unsichtbar und außerhalb des Bildes liegt. Das kann ein Gefühl der Offenheit hervorbringen, und auch ein wenig mysteriös und interessant wirken, da sich der Betrachter des Bildes dann sicher fragt, was das Subjekt in dem Moment wohl gerade angesehen hat. Besonders gut kann man diesen mysteriösen Effekt hervorrufen, wenn die Person irgendeine Emotion zeigt (z.B. "Worüber lacht Sie?" oder "Warum ist Sie überrascht?"). Aber vergesst nicht, daß wenn das Subjekt aus dem Bildrand herausschaut, dies auch den Blick des Betrachters an den Rand ziehen kann, und somit weg vom eigentlichen Mittelpunkt.

Blickrichtung innerhalb des Bildrahmens: Als Alternative kann die Person den Blick auf jemanden (oder etwas) innerhalb des Bildes gerichtet haben, z.B. eine Mutter auf ihr Baby, ein Mann auf seine Uhr, ein Kind auf ein Spielzeug etc... Auf diese Weise entwickelt sich ein zweiter Bezugspunkt zwischen dem betrachteten Objekt und der Zielperson. Es hilft auch dabei, eine "Story" in dem Bild zu erzeugen.

3. Breche die Regeln: Mit das Erste was man liest, wenn man mit der Fotografie anfängt ist die "Drittel-Regel". Das ist keine Regel die immer befolgt werden muss, sondern eher eine Faustregel die man auch mal brechen sollte. Platziere Dein Subjekt an den Rändern oder in der Mitte, oder in einer Ecke.

4. Beleuchtung: Es gibt viele Arten wie du das Licht in Deinen Portraits nutzen kannst. Zögere auch hier nicht, etwas zu experimentieren. Benutze mehr Licht, weniger Licht, andere Lichtformer, Licht aus dem Hintergrund, oder was immer du willst, es ist schließlich Dein Foto.

5. Nimm die Leute aus ihrer "Komfort-Zone" - bringe sie dazu etwas spaßiges und ausgeflipptes zu tun, wie z.b. einen Luftsprung. Diese Aufnahmen werden fantastisch gut, ungewöhnlich und einzigartig. Das klappt nicht bei jedem, aber kann sehr lustig sein. Und Du musst auf das Timing achten.

6. Bildbearbeitung ("Shopped"): Wenn du in der Nachbearbeitung und Bildmanipulation gut bist, nutze das zu Deinem Vorteil. Setze Deine Phantasie ein, oder versuche ein paar neue Photoshop-Techniken. Selbst die einfachsten Anpassungen wie Belichtungskorrektur und Schnitt können das Bild komplett verändern.

7. Struktur/Textur: Falls Struktur eine wichtige Eigenschaft Deines Subjektes ist, kannst Du dies betonen und deutlicher machen, beispielsweise die Gesichtsfalten einer älteren Person oder das lange rote Haar.

8. Belichtung: Wenn die hellen Lichter so verstärkt werden, daß sie ausgewaschen wirken, kann dadurch ein schönes weiches Portrait mit einer leichten, luftigen Stimmung entstehen. Eine weiterer Vorteil von solchen High-Key Fotos ist, daß all die kleinen Details und eventuelle Fehler ausgewaschen werden, so daß das Bild viel glatter erscheint. Oder ein Low-Key Bild, in dem die dunklen Bereiche dominant sind, zieht Deinen Blick auf natürliche Weise auf die helleren Bereiche. Diese haben dann auch ein grobkörnigeres und härteres Aussehen als die High-Key Bilder.

9. Requisiten: Füge eine beliebige Requisite zu Deinen Aufnahmen hinzu und du erschaffst einen weiteren Bezugspunkt, welcher Deine Aufnahme verbessern kann. Aber sie sollte auch dem Stil des Fotos welches du machst entsprechen, gebe z.B. einem Sänger ein Mikrofon.

10. Kultur: Fange die lokale Kultur ein, denn was für Dich alltäglich ist, ist für uns exotisch. Kultur ist überall, auch in Deiner Stadt. Stell Dir einfach vor, Du wärst zu Besuch in einem anderen Land, welche Dinge würden Dir dann interessanter erscheinen?

25Jun/110

7. lightGIANTS Freitags Workshop “Beauty-Dish gg. Soft-Box″ [Rückblick]

Während des "Studio 101" Workshops kam häufig das Thema der verschiedenen Lichtformer auf. Daher haben wir uns entschieden, einen Workshop auf der Idee “Beauty-Dish gegen Soft-Box″. Das Konzept war einfach: Wir haben eine große Softbox im 45° Winkel zum Model aufgestellt und haben einige Fotos gemacht. Nach dem jeder seine Bilder gemacht hatte, haben wir die Softbox gegen einen weissen Beauty-Dish getauscht, danach gegen einen silbernen und zum Abschluss gegen einen silbernen Beauty-Dish mit  Wabengitter.

Caroline, eine Schneiderin aus der Gegend, hat als Model ihre tollen Kleider, die sie in Handarbeit der Tudorperiode nachempfunden hat. Ein besonderer Dank noch mal für die fantasische Arbeit und die tollen Kleider.

Silke


Laura

Thorsten

Nachdem alle die verschiedenen Lichtformer ausprobiert haben und wir die Unterschiede besprochen hatten, war es Zeit, ordentlich mit dem Shooting loszulegen. Wir haben wieder das "Pseudo-Ring-Licht" aufgebaut und innerhalb etwa einer Stunde ein paar fantastische Fotos produziert.

Matthias


Scott LewisMarkus Wochele

Da wir die Lichter nicht viel bewegt haben, gibt es auf der Diagrammseite nicht allzuviel zu zeigen. Wir wollten ja auch nur den Einfluss unterschiedlicher Lichtformer ausprobieren und vergleichen.

Und zu guter letzt natürlich wie immer ein Behind the Scenes Video und das obligatorische Gruppenbild.

20Jun/110

Photowalk Rastatt – Flickr Klub Karlsruhe

Am 07.05.11 hat der Flickr Klub Karlsruhe in Rastatt einen Photowalk mit  BBQ im Anschluss organisiert. Da die lightGIANTS aus dieser Gruppe entstanden sind möchten wir Euch natürlich auch darüber berichten.

Das Bedingungen für diesen Photowalk hätten besser nicht sein können, die Temperatur stieg nahezu auf 28°C und die Sonne sorgte für genügend “available light”.  Vor dem Walk haben wir uns alle bei mir (Stefan) getroffen, damit das Grillfleisch und die Getränke für die spätere BBQ-Grillparty zwischengelagert und gekühlt werden konnte.

Insgesamt haben sich 15 Personen angemeldet, die dann auch alle erschienen sind. Nach kurzer Begrüssung sind wir direkt mit dem Walk gestartet. Wir sind dem Flüsschen “Murg” entlang auf die andere Seite der Innenstadt gelaufen.

by istefan™

Einige andere Eckpunkte unseres Walks waren der Figurengarten am Arbeitsamt, die Pagodenburg, der Wasserturm und die Einsiedelner Kapelle. Die letzte Station war dann das frisch renovierte Residenzschloss von Rastatt. Dort ist auch das Gruppenbild entstanden.

by Dragoş

Wir hatten wirklich sehr viel Spass auf diesem Photowalk. Und das anschliessende BBQ war der Abschluss eines wunderschönen Tages. Ich finde es immer wieder interessant sich mit anderen Photoenthusiasten auszutauschen und neue bzw. andere Sichtweisen zu entdecken. Auch das Kennenlernen von neuen Techniken (z.B. Infrarot-Fotografie) erweitert in angenehmer Atmosphäre den eigenen Horizont.

Hier ein Auszug aus den Bildern, die an diesem Tag entstanden sind:


by skynex                     by Tiffie                      by Silke

Aus meiner Erfahrung werden bei diesen Ausflügen unzählige Bilder gemacht, die man natürlich auch mit seinen Freunden und Photowalkern teilen möchte. Hierfür hat Markus Wochele ein sehr gutes Tool für unsere Homepage entdeckt. Es heisst ZenPhoto. Hier hat jeder Teilnehmer über ein Login Zugriff auf eine Galerie und kann die Bilder hochladen.

Wir benutzen dieses Tool auch für unsere lightGIANTS-Workshops, die jeden letzten Freitag im Monat stattfinden. Hier können die Workshop-Teilnehmer Ihre Ergebnisse hochladen und so mit uns und auch den Models teilen. Dadurch entfällt das lästige versenden oder mühsames herunterladen der Bilder von verschiedenen Plattformen. Man kann auch einen kompletten Ordner als Zip-File herunterladen und muss nicht jedes File einzeln auswählen.

15Jun/111

Lichtsetzung – Die ersten Schritte Teil 1

In den letzten Wochen hatten wir eine Menge mit Studiogästen und Interessierten zu tun, die etwas mehr über Beleuchtung wissen wollten. Wenn man die Kontrolle über die Beleuchtung übernimmt, hat man wesentlich mehr Einfluss auf das finale Bild, es ist jedoch nicht ganz einfach zu verstehen. Es gibt nicht einen einzigen Weg, das Licht richtig zu setzen, sondern es gibt eine Reihe von Möglichkeiten, die einem zur Verfügung stehen. Alle Möglichkeiten biete eine andere/ eigene Art von Belichtungseffekt. Das Set-up, das gewählt werden sollte, ist abhängig vom Objekt (Modell, Gegenstände), welches in Szene gesetzt werden soll, sowie dem Ergebnis, welches man erzielen will. Je mehr sich das Wissen, die Erfahrung und das Equipment verbessert, desto komplexere Beleuchtungs-Set-ups können angewendet werden.

Die Folgenden Set-ups zeigen die grundlegenden Vorgehensweisen auf; sollten aber nicht als perfekte Set-ups betrachtet werden, sondern eher als Set-up, welche leicht nachgestellt und anschließend erweitert und angepasste sowie optimiert werden können. Dies kann man entweder hier im Studio vornehmen oder mit den eigenen Blitzen ausprobieren. Wir gehen hier bewusst nicht auf die Verwendung von Lichtformern (wie Soft-Boxen, Regenschirme, etc.) ein, da es viel zu viel für dieses Thema wäre. Dies werden wir jedoch in Zukunft genauer betrachtet und beschreiben. Es sollte ebenfalls beachtet werden, dass auch die Höhe der Lichter beim Einrichten eines Set-ups eine sehr wichtige Rolle spielt.

Set-up mit einem Licht

Ein Set-up mit nur einem Licht ist ideal für einfache Fotoshootings und Fotografen, die bisher noch nicht über viel Belichtungsequipment verfügen. Die Kamera wird direkt vor dem Objekt aufgestellt, mit einem einzigen Licht dicht an der Seite vom Fotografen. Das Licht wird direkt auf das Motiv ausgerichtet. Da ein einzelnes Licht dazu neigt, viele Schatten zu erzeugen, sollte ein weißer Reflektor auf der gegenüberliegenden Seite – außerhalb des Bildes – platziert werden. Wenn kein Reflektor vorhanden ist, können auch andere Gegenstände (bspw. Papier, Pinnwand, Styropor oder auch einfach eine Wand) mit weißer Oberfläche verwendet werden. Es ist ein sehr einfacher und günstiger Weg für den Einstieg und kann bei richtiger Anwendung zu gefühlsbetonten Ergebnissen führen.

  

Set-up mit zwei Lichtern

Die einfachste Studiobeleuchtung wird mit zwei Standard-Blitzen eingerichtet. Das erste der beiden Lichter (Schlüssel-Licht/Key-Light genannt) wird vor dem Objekt (zwischen dem Motiv und der Kamera) leicht seitlich versetzt eingerichtet. Das Licht sollte direkt mit „Blick“ auf das Objekt ausgerichtet werden. Da ein derartiges Licht eher hart ist, sollte es mit einer Softbox oder einem Schirm abgeschwächt werden. Das zweite Licht wird hinter und ein wenig oberhalb des Objektes (außerhalb des Bildes) platziert. Dieses Licht wird Haar- (Hair-) oder Rand-Licht (Rimlight) genannt, da es einen weichen Lichtkranz um das Objekt erstellt. Hinweis: Das Haar-Licht benötigt mehr Leistung als das Schlüssel-Licht (Key-Light), damit der gewünschte Lichtkranz-Effekt (Rimlight) entstehen kann.

Bei einem weiteren einfachen Set-up mit zwei Lichtern, werden beide Lichter vor dem Objekt (links und rechts) in gleicher Position platziert. Aus dem Mittelpunkt beider Lichter wird anschließend das Objekt fotografiert. Eines der Lichter wird mit höherer Leistung als das andere verwendet. Das Licht mit mehr Leistung ist das Schlüssel-Licht (Keylight), das mit der schwächeren Leistung ist das Füll-Licht (Fill-Light). Werden beide Lichter mit gleicher Leistung betrieben, ergibt dies ein sehr flaues, glanzloses Licht.

Beim dritten einfachen Set-up, werden beide Lichter auf einer Seite platziert, dies liefert ein eher dramatisches Licht. Es werden beide Lichter entweder links oder rechts platziert neben dem Fotografen platziert, das Licht, welches vom Fotografen am weitesten entfernt ist, ist das Schlüssel-Licht (Keylight), das andere ist das Füll-Licht (Fill-Light). Mit diesem Set-up werden sehr einfach coole Effekte ermöglicht.

  

Set-up mit drei Lichtern

Ein einfaches Set-up mit drei Lichtern ist eine Kombination aus dem „Set-up mit zwei Lichtern“. Es wird jeweils ein Licht links und rechts neben der Kamera platziert. Eines der beiden Lichter wird als Schlüssel-Licht (Keylight) eingerichtet, das andere als Füll-Licht (Fill-Light). Das dritte Licht wird als Haar-Licht (Hair-Light) platziert und eingerichtet.

Durch die Umkehrung dieses Set-ups wird ein gänzlich anderes Ergebnis erzielt. Das Schlüssel-Licht (Keylight) wird seitlich neben der Kamera platziert, die beiden weiteren Lichter werden hinter dem Objekt links und rechts als Haar-Licht (Hair-Light) eingerichtet.

 

Clamshell Set-up

Das Clamshell Set-up bietet das weichste Licht und eignet sich ideal für Beauty-Shots. Die Kamera sollte gerade zum Objekt platziert werden (auf Augenhöhe, wenn ein Modell oder direkt geradeaus, wenn ein Gegenstand verwendet wird). Das hellste Licht sollte oberhalb der Kamera mit leichter Neigung nach unten – so dass direkt das Objekt anvisiert wird – platziert und ausgerichtet werden. Das kleinere Licht sollte unterhalb der Kamera mit leichter Neigung nach oben – so dass direkt das Objekt anvisiert wird – platziert und ausgerichtet werden. Der Fotograf erstellt das Bild direkt zwischen beiden Lichtern, so dass „Muschelform“ um die Kamera entsteht.

 

Das Schlüssel-Licht (Key Light)

Das Schlüssel-Licht wird auch als Haupt-Licht bezeichnet und ist in der Regel zu einer Seite des Objektes – zwischen 30 und 60 Grad geneigt zum Mittelpunkt – und etwas oberhalb der Augenhöhe platziert und ausgerichtet. Das Schlüssel-Licht ist das hellste Licht im Belichtungsplan.

Das Füll-Licht (Fill Light)

Das Füll-Licht wird gegenüber dem Schlüssel-Licht platziert. Es füllt das Licht auf oder schwächt die Schatten auf der gegenüber liegende Seites das Objektes (beim Modell die entsprechende Gesichtshälfte) ab. Die Helligkeit des Füll-Lichtes bewegt sich in der Regel zwischen 1/3 und 1/4 des Schlüssel-Lichts.

Das Haar-Licht (Hair Light)

Das Haar-Licht wird auch als Rand-Licht bezeichnet und wird hinter dem Objekt – außerhalb des Bildes – und oftmals höher als das Schlüssel- und Füll-Licht platziert. Der Zweck des Haar-Lichtes ist, eine Trennung vom Hintergrund durch Hervorhebung des Objektes (Schultern und Haare) zu erzielen. Das Haar-Licht sollte gerade so hell sein, dass diese Trennung erzielt wird, jedoch nicht heller als das Schlüssel-Licht.

Der Kicker

Der Kicker wird aus als Druckknopf bezeichnet. Der Kicker ist normalerweise ein kleines Licht, oft mit einem Tubus oder Scheunentor genutzt, um seine Reichweite zu begrenzen. Es wird hauptsächlich verwendet, um einen Hauch von „Pop“ hinzufügen, um feine Details oder feinen Schatten zu erzeugen. Die Platzierung und Helligkeit eines Kickers ist eine Frage des Geschmacks und der Technik. Manchmal wird das Haar-Licht nur an die Seite des Füll-Lichts gesetzt. Dies fügt Kantendetails zur Schattenseite des Gesichts des Modells hinzu. Dies hat zudem den Effekt eines Kickers, wobei hier nur die Lichter einer Basis Drei-Punkt-Beleuchtung verwendet werden.

Hintergrund-Licht

Das Hintergrund-Licht ist nicht so der Bestandteil eines Portrait-Beleuchtungsplans, es wird eher eingesetzt, um den Hintergrund des Motivs zu beleuchten. Hintergrund-Lichter können einzelne Details hervorheben, einen Lichtkranz durch die Beleuchtung eines Teils der Kulisse hinter dem Kopf des Modells erzeugen oder lässt den Hintergrund, durch eine entsprechende Ausleuchtung, weiß werden.

8Jun/113

NM040 – 400 Watt Nebelmaschine [Testbericht]

Vor ungefähr 12 Monaten sprach ich (Scott) mit Kat Bradshaw von Kat Bradshaw Photography. Sie sprach über ihre Nebelmaschine, welche ein Freund ausleihen wolle. Aus Spaß fragte ich sie, ob ich mir die Nebelmaschine auch mal borgen dürfe, und so großartig wie sie ist, sagte sie zu, jedoch würde das Porto von Nashville, Tennessee nach Karlsruhe schmerzhaft teuer sein.  🙂

Es ist noch nicht so lange her, da fand ein "The walking dead" Workshop statt und wir dachten es wäre eine gute Möglichkeit eine Nebelmaschine für das Shooting zu benutzen. Ich fragte m-arx ob er eine organisieren könne, da er "jemand kennt". Die Maschine war klasse, aber viel zu stark für unser Studio. Und so schaute ich mich um was eBay zu bieten hatte.

Das beste Angebot eines seriösen Händlers war eine NM040 - 400 Nebelmaschine mit 5 Litern Flüssigkeit.

Leistung:
400W
Heizzeit: ca. 7 min
Sprühweite: ca. 6 m
Flüssigkeitskapazität: 0.75l
Max. Sprühzeit: 40-50 sec
Maße: (BxLxH) 132 x 242 x 102 mm
Nebel Kapazität: 57m³/min
Mit in der Lieferung enthalten: 1x 400W Nebelmaschine, 1x 5M Auslöser und Kabel, 1x 5l Rauch-Flüssigkeit
Preis: 40€ plus 6,50€ Porto

Angaben des Herstellers

Die NM040 bietet einen günstigen Start in das professionelle Arbeiten mit Nebelmaschinen. Im Gegensatz zu den anderen, robusten Nebelmaschinen ist das Gewicht dieser sehr gering.
Durch die Halterung kann das Gerät nicht nur am Boden verwendet werden, sondern teils auch schwebend. Dank der analogen Technologie ist das Gerät einfach zu benutzen. Die eingebauten Komponenten wurden wegen ihrer Strapazierfähigkeit ausgewählt, sind also hochbelastbar.

Mein Eindruck

Als erstes dachte ich "OHHHH NEIN! Was habe ich da gekauft? Es ist so klein. Schafft das Teil das?". Ich habe es mit ins Studio genommen, ein bisschen getestet und war sehr skeptisch (in dem Moment dachte ich wo ist die Rechnung, damit ich es zurück schicken kann?). Aber bevor ich dabei war es zurückzuschicken, machte ich einen richtigen Testdurchlauf mit dem Gerät (so hatte ich etwas zum bloggen). Und ich bin froh, daß ich das getan habe...

Ich kontaktierte Sandra J.K und fragte ob sie Model sein wolle als "Rocker Girl", damit ich die Nebelmaschine bei einem Studio-Shooting testen könne. Ich probierte die Maschine mit verschiedenen Sprühzeiten und bei verschiedenen Höhen aus. Nach ein paar Versuchen fand ich heraus, was für mich funktionierte. Ich brachte die NM040 auf einem 2,5m hohen Lichtständer an und platzierte sie rechts oben neben einem 400w Bowens Gemini Monoblock (installiert mit Hilfe der Türrahmen und mit einem blauen Gel Filter). Ich benutzte einen roten Hintergrund. Der daraus resultierende Farbkontrast war fantastisch. In dem Moment kam ich richtig gut ins Shooting rein und hatte eine tolle Zeit.

Fazit

Für den Preis ist die Maschine ein tolles Accessoire für das Studio, aber man muss ihre Bedienung und ihre Grenzen kennen. Die Nebelmaschine muss hoch platziert werden, damit der Rauch in das Bild hineinfallen kann. Wenn man außerdem ein Colour Gel im Kontrast zu dem Hintergrund benutzt, erhält man Ergebnisse mit einem "Wow-Effekt".

Grundlagen der Nebelmaschine

Die meisten Nebelmaschinen benutzen eine auf Glycol basierende Flüssigkeit, welche in eine Heizkammer gepumpt wird. Die gängigen Komponenten sind eine Magnetpumpe um die Flüssigkeit hinein zu drücken, ein mit Fiberglas ummantelter Heizblock welcher auf einem Aluminiumplatten-Sandwich basiert, ein Heizelement und ein langes Stück Kupfer-Kapillare welche schlangenartig zwischen den Heizplatten liegen. Bei manchen Stücken ist der Heizer röhrenförmig und die Kapillare herumgewickelt, aber der Effekt ist derselbe.

Beim Einschalten wird das Gerät keine Flüssigkeit in den Heizblock pumpen bevor dieser nicht die richtige Temperatur erreicht hat. Wobei die Pumpe laufen kann und die Flüssigkeit in den Block einspritzen kann. Passiert dies, verdampft die Flüssigkeit sehr schnell und das Resultat ist eine Erhöhung des Drucks, welcher nicht nur einen sehr heißen Dampf erzeugt, sondern auch diesen Dampf aus der Front der Maschine durch die Ausgangsöffnung drückt, welches ganz einfach das Ende der Kapillaren Rohre sein kann, daß heraussticht oder in manchen Fällen ein stecknadelgroße Öffnung damit der innere Druck beibehalten werden kann.
Der daraus resultierende dichte Dampf verlässt die Maschine und in Kontakt mit der kalten Luft entsteht eine dichte Wolke welche dem echte Nebel sehr nahekommt.